Für Ihre CrelanCo-Genossenschaftsanteile gilt das "Bail-in"-Prinzip

Was bedeutet "Bail-in"?

Im Zuge der Finanzkrise 2008 wurde durch das europäische Recht das Bail-in-Prinzip eingeführt. Damals mussten verschiedene Staaten finanziell eingreifen, um große Banken, die in Schwierigkeiten geraten waren, zu retten, damit sie nicht die gesamten Finanzmärkte mit sich in den Abgrund reißen würden.

Dieses Prinzip besagt, dass eine Bank (in Ihrem Fall CrelanCo und Crelan), wenn sie in finanzielle Schwierigkeiten gerät, d.h. Gefahr läuft, in Konkurs zu gehen, ihre eigenen Aktionäre, Gläubiger und Einleger auffordern muss, die Verluste zu tragen.

Es gilt die folgende Rangordnung gemäß Haftung:

  1. die Aktionäre und Inhaber des gesetzlich vorgeschriebenen Kapitals (Eigenkapitals), darunter auch Sie als genossenschaftlicher Aktionär, werden zuerst angesprochen;
  2. wenn die Verluste bis dahin nicht vollständig ausgeglichen sind, folgen die nachrangigen Gläubiger und dann die vorrangigen Gläubiger;
  3. die letzte Gruppe sind die Einleger (Kunden mit Konten), aber sie profitieren von der Einlagensicherung bis zu 100.000 EUR pro Person.

So sehen die Bail-in-Regeln vor, dass Banken in Schwierigkeiten von den Anteilseignern und Gläubigern und nicht durch staatliche Eingriffe gerettet werden müssen.
 

Bis zu welchem Betrag sind Sie haftbar?

Dies hängt von der Höhe der Verluste ab. Im schlimmsten Fall verlieren Sie den gesamten in die Aktien investierten Betrag.
Die Behörden stellen die Gleichbehandlung der Gläubiger im Falle eines Ausfalls sicher und respektieren die rechtliche Rangfolge der Forderungen gemäß dem geltenden Recht.
Dies bedeutet, dass die Genossenschaftsanteile ihren Wert ganz oder teilweise verlieren können.
 

Die finanzielle Gesundheit der Banken wird überwacht.

Wir informieren Sie über dieses Risiko, damit Sie bei Ihrer Entscheidung alle Aspekte berücksichtigen können. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass die europäischen Banken und ihre finanzielle Gesundheit von der EZB (Europäischen Zentralbank) oder von der Nationalbank ihres Landes streng überwacht werden.

Für CrelanCo und Crelan nv ist dies derzeit die BNB (Belgische Nationalbank).

Die Crelan-Gruppe, eine finanziell gesunde Gruppe

Die Geschichte von Crelan reicht bis in das Jahr 1930 zurück, als die NILK (Nationales Institut für Agrarkredit) gegründet wurde. Von Anfang an hat die Bank im Interesse ihrer Kunden und der genossenschaftlichen Anteilseigner eine vorsichtige Wachstumspolitik verfolgt.

CrelanCo und Crelan NV erfüllen die Vorschriften und Anforderungen der BNB in Bezug auf die finanzielle Gesundheit.

Die Aufsichtsbehörden verlangen von den Banken außerdem erhebliche Kapitalpuffer, die es ihnen ermöglichen sollen, wirtschaftliche Einbrüche aufzufangen. Darüber hinaus müssen sie auch verschiedene Szenarios in Betracht ziehen,
 
die sie in einem Notfallszenario aktivieren können und die ihnen ermöglichen, sich zu erholen.

Die Tier-1-Quote der Gruppe Crelan lag am 30/06/20 bei 21,01 %. Diese Kennzahl drückt aus, wie viel Kernkapital die Bank den Risiken gegenüberstellt, die sie z. B. durch die Vergabe von Krediten oder den Besitz eines Anlageportfolios eingeht. Die Crelan-Gruppe verfügt somit über 21,01 Euro Kapital pro 100 Euro Risiko in ihrer Bilanz, was ein sehr hoher Wert ist.